Wahrheiten müssen offen gelegt werden
Die jüngsten Enthüllungen – wenngleich sie auch schon mehr zufälliger Natur waren – im Falle der Ermordung von Benno Ohnesorg 1967 durch einen von der DDR-Stasi bezahlten Polizisten, zeigen erneut auf, wie wichtig eine vernünftige und geschichtliche Aufarbeitung des Themas „DDR und Staatssicherheitdienst“ ist.
Tonnen von Akten lagern in der Behörde, die wahrscheinlich noch kein Mitarbeiter oder Einsichtnehmender je zu Gesicht bekommen hat. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele Fälle von DDR-Unrecht und Verquickungen mit dem Westen noch im Dunkeln liegen und einer Aufarbeitung bedürfen. Viele Täter wurden bereits entlarvt, noch viele mehr sind weiterhin unerkannt.
Dass wie im Falle des erschossenen Studentenführers Ohnesorg noch andere prominente Fälle und Namen auftauchen könnten, gilt angesichts der ausgeklügelten Stasi-Tätigkeiten als sicher. Aber die Bevölkerung und vor allem die damals Betroffenen haben ein Recht auf Aufklärung. Bedenklich wird es immer, wenn Stimmen zu hören sind, die die Tätigkeit der Behörde einschränken oder gar einstellen wollen.
Ebenfalls ist nicht zu verstehen, dass im Bundestag die meisten Abgeordneten eine Überprüfung ablehnen, ob sie eine „reine Weste“ haben. Davon ist zwar auszugehen, aber was spricht dagegen, dass gerade unsere Volksvertreter mit Vorbildfunktion hier eine deutliche Position einnehmen? Bei den anderen „Normalbürgern“ist das ein Muss!
Die Freien Wähler fordern, dass der Birthler-Behörde keine Einschränkungen auferlegt werden und weiter geprüft und ermittelt wird. Auf jeden Fall ist das alles auch eine geschichtliche Aufarbeitung und wir sind es den Opfern, die unter Unrecht gelitten haben, mehr als schuldig!



